Rundbrief Mai 2015

Zeit für einen neuen Rundbrief, obgleich wenig Zeit ist:

Wir stehen kurz vor dem internationalen Seminar „Living, Working and Learning together- Community Building for a degrowth Society“, welcher ab nächsten Sonntag eine Woche in Witzenhausen stattfinden wird. Der Kurs ist Teil des zweijährigen Bildungsprogramms „GROWL-Living Degrowth“.

Der offizielle Teil wird schon im Juli zu Ende gehen, mit einer Degrowth-Karawane von Montemor/Portugal, wo der letzte Kurs der Reihe zum Thema „Kommunalpoilitik und Degrowth“ stattfinden wird. Die Karawane endet in Lissabon und steht allen Interessierten offen. Mehr Informationen findet ihr hier.

Danach geht das Bildungsprogramm weiter, aber in veränderter Form – Ziel war es schließlich ein europaweites Netz zu schaffen, in welchem Bildungsmodule zum Thema Degrowth gemeinsam ständig weiterentwickelt werden. In Witzenhausen wird es zu diesem Thema weitere Veranstaltungen geben, auch in Zusammenhang mit dem Projekt „Dem Überfluss entwachsen“, welches mit Alberto Acostas Auftritt im April gestartet ist.

 

Inhaltsverzeichnis

Rückblick

1. Besuche bei Transition Town Witzenhausen

2. Bericht über uns im Deutschlandfunk

3. Kritischer Rundgang zur Vergangenheit Witzenhausens

4. Transition Netzwerk e.V. bezieht Büro im Transition Haus

5. Neues aus den Pflückoasen

Termine

6. Offene Veranstaltungensreihe innerhalb des internationalen Bildungsprojektes GROWL- Living Degrowth

7. Witzenhäuser Gartentour, 14.Juni, 10-18 Uhr

Anderes aus der Stadt und Region im Wandel

8. 61. Witzenhäuser Filmgespräch: La buena vida – Das gute Leben

9. Workshopreihe am Schulgarten Hundelshausen

10. Umsonstladen freut sich über Unterstützung

11. Willkommenskonzert im Klosterinnenhof, 20. Juni

12. Tage der offenen Tür im Künstlerhaus in Hann. Münden, 4. und 6. Juni

13. Workshop: Stereotypen in der Bildungsarbeit

 

 

Rückblick

1. Besuche bei Transition Town Witzenhausen

Im Transition Haus durften wir im letzten Monat die unterschiedlichsten Menschen willkommen heißen – viele internationale Gäste waren da, sowie Menschen auf der Durchreise aus der näheren Umgebung. Die Nyelenigruppe für Ernährungssouveränität tagte bei uns und wir haben uns auf weitere gute Zusammenarbeit verständigt, um diesem so zentralen Thema in unserer Region noch mehr Fokus zu verleihen. Dazu passt auch gut, dass der Werra-Meißner-Kreis nun offiziell eine „Ökomodellregion“ geworden ist, was wir nur begrüßen können. Auch ein hochinteressanter Fahrradbus machte bei uns im Haus Endstation.

Daneben erreichte uns eine große Anzahl von Anfragen von anderen Transition Gruppen in Gründung, Universitäten und der Presse, die uns interviewen, untersuchen, filmen, erforschen, von und mit uns lernen wollen… wir freuen uns über eine derartige Resonanz, die unsere beständige Arbeit hervorruft, merken aber auch, dass wir bald damit an unsere Grenzen stoßen und nicht mehr auf alle Gäste und Anfragen mit der nötigen Ruhe und Hingabe antworten können, wie es früher noch möglich war.

Da aber einige unserer Besucher_innen überlegen, nach Witzenhausen zu ziehen oder sogar gerade dabei sind, und bei Transition Witzenhausen mitmachen wollen, könnte es in Zukunft dann auch wieder einfacher sein, die vielen Anfragen auf mehr Köpfe zu verteilen.

Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch von Aktiven aus Hann. Münden, die 2013 das „Fachwerk Performance Projekt 9 mal 24“ in der Hann. Mündener Innenstadt durchgeführt haben und sich bei uns für ein „Essbares Münden“ Tipps und Inspiration geholt haben.

2. Bericht über uns im Deutschlandfunk

Auch der Deutschlandfunk war mit seiner Reihe „1 Jahr Deutschland“ bei uns zu Gast.

Hier gibt es das Audiofile, sowie den Artikel “ Aufruhr im Hinterland“ zum Lesen.

3. Kritischer Rundgang zur Vergangenheit Witzenhausens

Auf unsere Initiative hin wurde vor kurzem zu einem „etwas anderen“ Rundgang der Stadt eingeladen:

Roland Laich, ehem. Student in Witzenhausen hat mit uns seine damaligen historischen Recherchen über die dunklen Seiten der Witzenhäuser und deutschen Geschichte geteilt, jedoch auch von ein paar „Lichtblicken“ berichtet.

Unter anderem wurde die Deutsche Kolonialschule, belegt durch etliche Dokumente, als Hochburg und Brutstätte für rassistisches und faschistisches Gedankengut entlarvt, und dies schon lange vor der NS-Zeit. Frühere Studenten beteiligten sich am Völkermord in Namibia, entwickelten sich zur „Speerspitze des Nationalsozialismus in Nordhessen“. Die Synagoge in Witzenhausen wurde noch vor der Reichsprogromnacht niedergebrannt, mitten am Tage, am 8. November.

Das Interesse war groß, über 30 Menschen nahmen an dem 3-stündigen Rundgang teil, darunter auch lokale Geschichtsfreunde. Es sind viele interessante Kontakte entstanden, die sicher dazu führen, dass Führungen dieser Art in Zukunft noch öfters stattfinden und zu einer Aufarbeitung der lokalen Geschichte beitragen können.

Es ist gut zu sehen, dass trotz oder gerade wegen der schwierigen Geschichte sich so viele Akteure vor Ort an dieser Aufarbeitung beteiligen, wie das Stadtarchiv, der Betreiber des Capitolkinos, der Geschichtsverein, das Archiv für Jugendbewegungen auf der Burg Ludwigstein, das DITSL und etliche andere. Wir sehen die kritische Beschäftigung mit der „eigenen“ Geschichte als unabdingbar um einen positiven Wandel für die Zukunft gestalten zu können.

Fotos hier

4. Transition Netzwerk e.V. bezieht Büro im Transition Haus

Der bundesweite Transition Netzwerk Verein beginnt seit Mitte Mai ein Büro im Transition Haus in der Brückenstrasse zu beziehen, in dem Stephanie Ristig-Bresser (auch aktiv bei Transition Hannover und beim Projekt „REconomy“) und Karin Schulze (auch aktiv bei Göttingen im Wandel) derzeit vorrangig an Fördermittelakquise, sowie Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit für das Netzwerk arbeiten, unterstützt von Silvia Hable (TTW). Wir freuen uns, dass wir somit einen überregionalen Bezug im Rahmen unserer lokalen Arbeit herstellen können und wünschen dem Verein viel Erfolg beim Aufbau der Strukturen für das Netzwerk. Ein Foto von uns gibt’s hier.

5. Neues aus den Pflückoasen

Die Kübel des Bürgerhauses, bepflanzt mit Salaten und Kräutern, sowie weitere sind mittlerweile an vielen Stellen der Stadt verteilt. Wir freuen uns sehr, dass dieses Jahr auch die Liebfrauenkirche „unvergEssbar“ geworden ist, was sich gut mit ihrer Ernennung zur Radfahrerkirche verbinden lässt. Wer noch Interesse hat, Kübel bei sich vor dem Laden oder der Wohnung aufzustellen, kann uns über oasen@ttwitzenhausen.de kontaktieren. Wir möchten auch den vielen Spender_Innen von Jungpflanzen, insbesondere dem Grünen Boten aus Hübenthal danken!

Mehr Infos und Fotos zu den Pflückoasen hier

 

Termine

6. Offene Veranstaltungensreihe innerhalb des internationalen Bildungsprojektes GROWL- Living Degrowth

Das Seminar „Living, Working and Learning together- Community Building for a degrowth Society“ beinhaltet neben dem Programm für angemeldete KursteilnehmerInnen auch einen öffentlichen Teil:

Programm im Posterformat

Mi, 3.6 – So, 7.6,

Öffentliche Jurte im Unipark: Dauerausstellung über Jurtenbau und Jurtenwesen
Ort für Austausch und Begegnung
Visionen und Wünsche für Witzenhausen

Komm vorbei auf einen Tee!

Mi, 3.6.

ab 15:00 Uhr Jurtenaufbau im Unipark Steinstraße,
20:00 – 22:00 Uhr Vortrag über Jurtenwesen – Bau und Nutzungsmöglichkeiten der Jurte für das Gemeinwohl

Do, 4.6.

10:30 – 13:00 Uhr im Transition Haus, Brückenstraße 20: Marktplatz der lokalen Initiativen und Kartierungsworkshop
Lokale Initiativen und Transition-Projekte stellen sich vor und vernetzen sich,
Orte der alternativen Ökonomie in der Region werden zeitgleich Online kartiert

Hierfür können sich gerne noch lokale Initiativen, Projekte, Unternehmen und Institutionen bei uns anmelden.

14:30 – 18:00 Uhrim Uni-Park, Steinstraße: Arbeitseinsatz und kennenlernen von diversen lokalen Initiativen (beginnt pünktlich um 14:30)
18:00 – 19:30 Uhr: Soli Vokü für GROWL

20:00-22:00 Uhr im Unipark Steinstraße: Angeleiteter Trommelkreis in der Jurte mit dem Klangraum Witzenhausen

Sa, 6.6.

19:30 Uhr, Rathauskeller, Am Markt: „Ökonomische Lokalisierung als Alternative zur Schuldenkrise?“
Vorträge und Podiumsdiskussion im Rahmen des Projektes „Dem Überfluss Entwachsen“
mit: Dr. François Schneider, Research & Degrowth (Frankreich); Stephanie Ristig-Bresser, REconomy, Transition Netzwerk
Moderation: Dr. Gualter Baptista, GROWL Projektkoordinator

7. Witzenhäuser Gartentour, 14.Juni, 10-18 Uhr

Auch dieses Jahr gibt es in Witzenhausen wieder eine Gartentour, bei der in fast allen Ortsteilen die Menschen ihre Gärten für die Öffentlichkeit öffnen, und dort Künstler_Innen auftreten oder ausstellen, sowie Kulinarisches und Workshops und Vorträge angeboten werden.

Die Bandbreite geht von Obstwiesen über Ziergärten bis hin zu kleinbäuerlichen Betrieben. Transition Town ist dieses Jahr mit zwei Gärten dabei – dem Schaugarten am Nordbahnhofsweg, wo ganztägig botanische Führungen angeboten werden und dem Stubengarten in der Stubenstrasse. Dort findet um 11:30 Uhr Mitmachkonzerte mit Svadesha statt, sowie um 16:30 Uhr Vorträge zu dem Potential interkultureller Gärten mit Tassew Shimeles von den Internationalen Gärten Göttingen e.V.

Das Programmheft gibt es auf der Seite der Pro Witzenhausen GmbH

 

Anderes aus der Stadt und Region im Wandel

8. 61. Witzenhäuser Filmgespräch: La buena vida – Das gute Leben

Die packende Dokumentation „La buena vida – Das gute Leben“ von Regisseur Jens Schanze begibt sich in die dichten Waldgebiete im Norden Kolumbiens, in denen die Ureinwohner noch ein Leben im Einklang mit der Natur führen. Doch die Lebensgrundlage der indigenen Gemeinschaft der Wayúu wird durch den Kohleabbau in der Mine „El-Cerrejón“ zerstört: Das gewaltige Loch, mit 700 Quadratkilometern der größte Kohletagebau der Welt, frisst sich immer tiefer in die einst unberührte Landschaft. Kohlekraftwerke in aller Welt produzieren damit den Strom, der das Leben in den Industrienationen schnell, hell und warm macht.

Der Film schildert den bemerkenswerten Kampf der Wayúu für ihr unabhängiges, freies, naturbestimmtes Leben und für ihre Kultur. „La buena vida – Das gute Leben“ macht klar, wie Wohlstand und Wachstum auch bei uns in Deutschland auf ganz unmittelbare Weise mit dem Leid dieser Völker verbunden sind.

Infos im Internet:
www.dasguteleben-film.de
und hier:
www.capitolkino.de/index.php?p=m&mid=2030

Am Montag, den 1. Juni um 20.00 Uhr ist der Regisseur Jens Schanze zum 61. Witzenhäuser Filmgespräch zu Gast im Capitol. Das Filmgespräch wird von der Dokumentarfilmerin Ines Reinisch moderiert.

9. Workshopreihe am Schulgarten Hundelshausen

Die Schulgärtner der Hundelshäuser Gelstertalschule Nele und Emil in Kooperation mit der Gelstertalschule und Transition Town Witzenhausen, veranstalten eine „Kursreihe rund um den produktiven Nutzgarten“ – Alles was Sie zum Gärtnern brauchen – und noch mehr.

Mehr Details hier.

Workshops im Juni:

Do 11.6.2015 13-18 Uhr: Ohne umgraben, ohne bücken, sofort und überall gärtnern – der Garten auf Strohballen.

Ohne umgraben, ohne bücken, sofort und überall gärtnern – das muss wohl ein Traum sein!? Ja ist es! Auf Strohballen Gemüse anbauen lernen Sie bei unserem Strohballengartenkurs!

Preise: 40€, ermäßigt 30€

Do 18.6.2015 13-19 Uhr: Sensenkurs – dengeln, wetzen, einstellen der Sense und sensen!

Den Rasen auch ohne Rasenmäher auf englischem Niveau zu halten ist Teil dessen, was wir in unserem Sensenkurs vermitteln – „Zen in der Kunst des Sensens“. Ruhe und Bewegung im Einklang mit dem Rasen im frischen Morgentau – schhhhhziiinnngg! Oder einfach die Wiese mähen…
Davor lernen Sie das Sensenblatt mit verschiedenen Techniken zu dengeln und zu wetzen, die Sense richtig einzustellen und wie Sie am besten auf Ihre Sicherheit achten.

Preise: 40€, ermäßigt 30€

Weitere Workshops im Juli- Oktober:

„Kompostierung – Ökologische Kreisläufe und Kompostierung im Garten in Theorie und Praxis.“, „Vorgärten ess-thetisch gestalten – Nützliche Stauden und Gehölze gibt es auch für Ihren Standort und Geschmack.“, „Landscapereading – Was die Landschaft uns erzählen will.“, „Permakultur anhand des Schulgartens – Die spannenden Grundlagen der Permakultur in Theorie und Praxis.“, „Teichökologie – der essbare Teich.“

10. Umsonstladen freut sich über Unterstützung

Der Umsonstladen, der sein Debut in den Räumen von Tante Erma gab, ist nun in die Brückenstrasse 18 umgezogen, direkt neben das Transition Haus.

Es gibt noch einiges dort zu tun, bevor der Laden (wieder) eröffnen kann.

Kommt einfach vorbei oder meldet euch unter: there@posteo.de

Benötigt werden u.a. noch lange Schrauben.

11. Willkommenskonzert im Klosterinnenhof, 20. Juni

Am 20. Juni findet ein Konzert mit Vorträgen im Klosterinnenhof mit Panama Red, ASHnSALT, und einer weiteren Band aus dem arabisch-afrikanischen Raum statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr, es wird gemeinsam gekocht und endet mit einer offenen Session. Die Erlöse fließen in Projekte, die Flüchtlingen hier im Kreis zugute kommen.

12. Tage der offenen Tür im Künstlerhaus in Hann. Münden, 4. und 6. Juni

Der Förderverein Mündener Altstadt e.V. lädt zum Denkmalkunstkunstdenkmal in die Speckstrasse 7 am 4. und 6. Juni von ca. 10-17 Uhr ein, um sich über die Fortschritte im Künstlerhaus zu informieren.

13. Workshop: Stereotypen in der Bildungsarbeit

Bildungsarbeit hat auch Tücken – man/frau kann über eigene Vorurteile und Perspektiven stolpern und ungewollt Stereotypen weitergeben. „Wer spricht? Wer spricht über wen? Wer spricht für wen?“ „Wie wird Geschichte thematisiert?“ sind Fragen, die vom 5. -6. Juni (1,5 Tage) in einem Workshop bearbeiten werden. WeltGarten Witzenhausen lädt dazu Interessierte ins Tropengewächshaus ein. Durch solche und weitere Fragen wollen wir gemeinsam mit den zwei erfahrenen Bildungsreferentinnen Annette Kübler und Beate Flechtker aus Berlin für potentielle Fallstricke in Diskussionen und Veranstaltungen sensibilisieren und Wege finden, diese zu vermeiden ohne das „wichtiger“ Inhalt verloren geht. Dafür soll neben einer kurzen theoretischen Einführung viel Raum für Transfer und Diskussion vorhanden sein.

Anmeldungen: tropengewaechshaus@uni-kassel.de Kostenbeitrag: 10 €.

Transition Netzwerk e.V. bezieht Büro im Transition Haus

Transition Netzwerk e.V. bezieht Büro im Transition Haus

Der bundesweite Transition Netzwerk Verein beginnt seit Mitte Mai ein Büro im Transition Haus in der Brückenstrasse zu beziehen, in dem Stephanie Ristig-Bresser (auch aktiv bei Transition Hannover und beim Projekt „REconomy“) und Karin Schulze (auch aktiv bei Göttingen im Wandel) vorerst vorrangig an Fördermittelakquise, sowie Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit für das Netzwerk arbeiten werden, unterstützt von Silvia Hable (TTW). Wir freuen uns, dass wir somit einen überregionalen Bezug im Rahmen unserer lokalen Arbeit herstellen können und wünschen dem Verein viel Erfolg beim Aufbau der Strukturen für das Netzwerk.